DER POLNISCHE WEG - CAMINO POLACO

   Camino de Santiago - der in Europa berühmteste Pilgrimweg hatte ursprünglich sein Beginn in Lettland oder vielleicht sogar in Estland und hat durch Poland, Deutschland und Frankreich nach Westen bis Santiago de Compostela in Westspanien geführt, wo sich, laut Tradition, das Grab des heiligen Apostel Jakob, der auch Jakob der Altere genannt wurde, befindet.
   Die Spanier, die durch Jahrhunderte mit Muslimen um die Herrschaft über die Iberische Halbinsel gekämpft haben, haben dem Jakob den Beinamen Matamor - der Maurertöter gegeben, weil sie glaubten, dass der Heilige sie persönlich beim Kämpfen unterstützte. Seit dem IX Jahrhundert ist der Jakob ein Nationalheiliger Spaniens und heute wird er zu einem der Symbole des Vereinigten Europa.
   Im Mittelalter war der heilige Jakob sehr populär - allein in Polen gibt es ungefähr 155 Kirchen unter diesem Patronat - und nach Santiago de Compostela zogen Pilgrime von ganz Europa und nicht selten mussten sie einige tausend Kilometer gehen, sehr oft unter schweren Bedingungen. Es war nämlich ein Brauch - bis heute sehr populär in Westeuropa - dass der Weg nach Santiago von eigenem Hause oder der eigenen Pfarei begonnen wird.
   Über die Christen des spätes Mittelalters schreibt die Historikerin Dr. Dr. Anna Supryniuk von der Mikolaj - Kopernik - Universität in Torun, dass sie "mit Begeisterung" über die Pilgerfahrten dachten. Sie wurden nicht nur durch einen tiefen religiösen Glauben geführt, sondern auch durch Neugier nach der hinter dem Horizont verdeckten Welt und durch den Hang nach Abenteuern. Heutzutage ist es ähnlich, obwohl sich das Gleichgewicht zugunsten der Welt- und Abenteuerneugier geändert hat. Das garantiert der ferne Weg. Der mittelalterliche Pilgrimweg - Camino de Santiago, d.h. der Jakobsweg - hat im grossen Masse seinen ursprünglichen religiösen Charakter verloren und wurde eher zu einem Trekkingweg, der für alle zugänglich geworden ist, unabhängig von dem Konfession, und auch für die Ungläubigen. Natürlich wurde der katholische und weiter der christliche Charakter dieses Weges nicht in Frage gestellt. Die Spanien sagen: Muchos empiezan el Camino como turistas y terminan como peregrinos (Viele Leute beginnen Camino als Touristen und enden als Pilgrime). Camino de Santiago, der Christlichtum der Europa schenkte, ist heute ein wichtiger Bestandteil der europäischen Identität.
   In den letzten Jahren wurde Camino erneut populär, unter anderem dank dem polnischen Papst Jan Pawel II, der in Santiago de Compostela zwei mal war, und einmal auch eine kleine Strecke gegangen war. Im Jahre 1987 r. wurde der Jakobsweg zum ersten europäischen Kulturweg benannt und im Jahre 1993 wurde zur Liste der Welterbe von UNSECO eingetragen. Der Europarat hat einen Brief über die Wiederherstellung und die Unterhaltung des Jakobsweges zu Landes-, Stadtregierungen und Nicht - Regierungsinstitutionen gerichtet. Die ganze Europa hat darauf ausgezeichnet reagiert.
   Im Mittelalter gab es viele Caminowege und heute hat sie nicht nur Spanien. Die Wege gibt es in: Portugal (Camino Portuques), Frankreich (Camino Frances) und Deutschland (Jakobswege). Auch in Polen, obwohl der Brauch nach Santiago zu pilgern, fast völlig vergessen wurde, wurde zur Zeit über Identifizierung und Wiederherstellung der alten Pilgerwegen gearbeitet, vor allem über dem Hauptweg - dem Polnischen Weg, Camino Polaco - der von Ogrodniki, dem Dorf an der Grenze mit Litauen, durch Olsztyn, Torun, Gniezno und Poznan nach Slubice an der Deutschen Grenze fuhrt. Der Polnische Weg wird an Netz der europäischen Wegen angeschlossen und wird ein Teil des grossen Weges - Camino Europeo.

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   Am 28. April 2007 wurde offiziell die erste Strecke des Polnischen Weges eröffnet, ab dem Heilig - Jakob - Dom in Olsztyn bis die gotische Heilig - Jakob - Kirche in Torun. Dieses Fragment des Weges, das ung. 240 km lang ist, wurde in 9 Strecken geteilt, mit einer Laenge von 18 bis 37 km. Es ist nicht leicht, diesen Weg in 9 Tage zu gehen. Die Personen, die schwaecher sind, können den Weg in mehrere Etappen teilen. Es wird durch ein Netz der Übernachtungsplatze ermöglicht - vor allem Agro- Bauernhöfe, Zimmer und Campingplätze. In Spanien wurden viele Herbergen bei Kirchen und Klostern gemacht, oft mit der Unterstutzung von der EU. Auf der Strecke Olsztyn - Torun können zur Zeit die Pilger nur in Gietrzwald in Dom Pielgrzyma (Das Pilgrimhaus) übernachten, aber mit der Zeit, wenn der Weg zum Brauch wird und Infrastruktur haben wird, entstehen auch in Polen Kirchenherbergen, was wichtig für Katholiken ist.
   Der Polnische Weg wurde fast auf der ganzen Strecke in der Anlehnung an bestehende, touristische Routen geführt, das sind vor allem: Die Internationale touristische Route Gehweg E-11 und auch andere lokale Routen. Die Strecke Olsztyn-Torun fuhrt durch sehr attraktive touristische Regionen - Warmia, West Mazury, Pojezierze Brodnickie, Pomorze Nadwislanskie - durch Gehwege, Waldwege, Umwege, durch Drweca - Tal, entlag der vielen Seen, denen der Pilgrim überall begegnen kann.
   Zur Zeit sind andere Strecken des Polnischen Weges identifiziert und abgesteckt - von Ogrodnikow nach Olsztyn und von Torun nach Slubice. Veranlasser für Wiederherstellung des Polnischen Weges war Verein für Rettung der Europäischen Kulturdenkmaller in Polen, eine Nicht-Regierungsorganisation, die im Januar 2005 in Torun registriert wurde. Im Frühling 2007 wurden alle mit der endgültigen Absteckung und Bau des Weges verbundenen Arbeiten durch die Miedzynarodowa Agencja Poszukiwawcza (MAP) - Internationale Agentur der Sucher übernommen. Der Verein wurde im Mai 1994, mit Sitz in Torun, gegründet. Die Wiederherstellung des Weges unterstutzen von Beginn auch die Mitglieder des Polnischen Clubs Camino de Santiago.

Ich wünsche Allen, die den Weg Camino Polaco oder auch vielleicht weiter nach Santiago de Compostela, durch den grossen Weg Camino Europeo gehen werden - Buen Camino - Gute Reise - Dobrej Drogi!

Włodzimierz Antkowiak, e-mail
Toruń, 28.05.2007 r.
Przekład: Beata Biernat, Cork, Irlandia